Stammrundentastings

73. regulars-Treffen

13. November 2020, »Contre la tristesse«, bei ted.striker im Internet

Moin ihr,
wer zu Corona-Zeiten ein kleines Whiskytasting geben möchte, hat allerhand zu tun: zwar sind keine Gäste vor Ort zu bewirten, kein Raum herzurichten – dafür sind jedoch die auszuschenkenden Drams zu wählen und dann für den Weitertransport an die Gäste umzufüllen.

Und oh weh – da steckte dieses Mal richtig Arbeit drin: da die Stammrunde vollzählig, sprich zu sechst, zusammentreten sollte, die Whiskies jedoch aus 10-cl-Samples stammten, galt es 1,67 cl pro Whisky und pro Person in 2-cl-Fläschchen abzufüllen. Dadurch, dass statt der üblichen 2 cl etwas Menge fehlte, wurden dann zudem noch gleich neun Drams ins Lineup gehievt. Kurzum: es galt eine große Menge kleiner Flaschen teilzubefüllen. Was für ein Aufwand …

Naja, irgendwann ward die Fummelarbeit durchgestanden, die Whiskies an die Stammrundler verteilt und dann galt es nur noch, sich auf den 13.11. zu freuen. Um dann zu sechst mit etwas mehr oder weniger Tollem im Glas ein paar Stunden die Zeit anzuhalten und die COVID-19-bedingte Tristesse zu bekämpfen (ich mag diese Formulierung nach wie vor 🙂 ).

Gestern war es dann soweit.

Für den ansonsten obligatorischen Tee (oder ein Ersatzgetränk) musste jeder selbst sorgen – aber mit einem Muck voll Nichtalkoholischem und etwas Plausch begann der Abend.

Verkostet wurde dann eine breit gestreute Whiskyauswahl: vom leicht liebstöckligen, wunderbaren Couvreur XV aus Frankreich …

Michel Couvreur 2005 MCo

… über einen Traum von einem toll gereiften Bourbonfass aus UK …

Black Friday 21-year-old ElD

… bis hin zu einem Dailuaine, der eine große Portion Sherry abbekommen hatte, was jedoch keinesfalls zu seinem Nachteil ausgefallen war:

Dailuaine 2008 WCh

Mit einer exzellenten Sherryfassabfüllung von Morrison & MacKay, einem Glenrothes, ging es weiter …

Glenrothes 1997 MMcK

… bevor etwas Rauch ins Spiel kam – mit einem verführerischen Kilkerran:

Kilkerran 2007 CA

Dann wurde es ernst.

Der nächste Dram war dann aktive Schmerztherapie: beim diesjährigen Whisky Cup galt es unter anderem einen Sherry-gereiften, 8-jährigen Kilkerran zu erraten. Und wir waren daran formidabel gescheitert, obwohl wir regulars exakt diese Abfüllung vorher bereits ZWEI MAL im Glas hatten. Welch eine Schande …

Daher hatte Seb als Ausrichter dieses Stammrundentastings entschieden, den anderen diesen Dram heimlich und blind nun nochmals zu verpassen und um Tipps zum Erraten der Blindprobe gebeten. Und was soll man sagen: der perfekt eingebundene Alkohol wurde massiv unterschätzt, auf einen Kilkerran tippte erneut niemand. Dieser (superleckere) Whisky ist und bleibt wohl unsere Nemesis in Blindverkostungen:

Kilkerran 08-year-old
Zehnmal lieber gemeinsam über das Internet Spaß am Glas, als auf einen Stammrundenabend zu verzichten, selbst wenn man mit Blindverkostungen und Ratereien traktiert wird: die regulars.

Reell rauchig ging es dann weiter: mit einem Ledaig …

Ledaig 2004 SV

… dem noch ein zweiter folgen sollte, die legendäre „Fat Cat“, eine wirkliche Traumreifung. Auch bei diesen beiden Drams wurde eine kurzweilige Blindraterunde eingelegt.

Ledaig 2004 SV

Mit einem Islay-Whisky aus dem Brühler Whiskyhaus klang der Abend dann aus:

Islay South Coast 12-year-old BW

Neun Drams, die (das hoffe ich als Gastgeber sagen zu dürfen) durch die Bank ganz gut ankamen, dazu zweieinhalb schöne Stunden im Plausch miteinander – das war klasse!

Und nun gilt es, zwei Monate in Vorfreude auf den nächsten Stammrundenabend zu schwelgen. Jungs: toll, dass es uns nach wie vor gibt!

Wohl an,
Seb

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