Kurz notiert

Das ‚Glücksrad‘: feinen Aromen
im Whisky auf die Schliche kommen

30. September 2018, Über ein kleines Utensil – von großem Nutzen.

Moin ihr,
auf dem Weg zum versierten Whiskygenießer stand ich wieder und wieder vor derselben Situation: ein leckerer Malt liegt im Glas, ich stecke die Nase hinein und dann kommt das große Fragezeichen: diese Note kenne ich doch, aber was ist denn das noch gleich? Und dann saß ich manches Mal grübelnd fest …

Vor allem in den ersten Jahren, in denen ich mich mit Whisky auseinander gesetzt habe, passierte mir das stets aufs Neue: das sichere Gefühl, diesen oder jenen Geruchs- oder Geschmackseindruck doch ganz genau zu kennen – aber ich kam nicht drauf.

Irgendwann habe ich dann entdeckt, dass es so genannte „Tasting Wheels“ gibt. Dabei handelt es sich um grafisch dargestellte Räder, in welchen verschiedene Aromenkategorien samt ihrer Detailnoten aufgeschlüsselt sind. Ist man beispielsweise der Meinung, „da irgendwas grasiges“ zu riechen, kommt der eigenen Wahrnehmung aber nicht detaillierter auf die Spur, hilft ein Blick auf solch ein Tasting Wheel, um genauer zu entschlüsseln, was man denn da genau riecht bzw. schmeckt.

Ich habe schon eine ganze Reihe verschiedener Tasting Wheels gesehen und viele waren für mich eher nicht von großem Nutzen: meist in Englisch fehlten mir wahlweise Vokabeln, um das Rad ohne Wörterbuch komplett aus dem Stand lesen zu können oder es gab schlicht Unterschiede in Ernährungsgewohnheiten und dem allgemein bekannten Aromenkenntnisschatz zwischen den Wheel-Erschaffern in Großbritannien und mir selbst.

Im Juli 2016 jedoch stieß ich im damaligen ‚Alkoblog‘, dem heutigen ‚Malt Whisky Magazin‘, auf ein besonderes deutsches Tasting Wheel, das mich faszinierte: dieses wurde mit viel Liebe nicht schlicht von einer englischen Vorlage ins Deutsche übersetzt, sondern vollständig mit Begriffen ausgestattet, die meinem persönlichen Kenntnishorizont entsprechen. Dazu wurde im Gegensatz zu vielen anderen derartigen Grafiken durch die Autoren in eine versierte Designerin investiert, sodass das Ergebnis das schönste Aromenrad geworden ist, welches ich kenne:

Das Glücksgefühl, eine „ich komm nicht drauf“-Situation in ein „Aha!“-Erlebnis wandeln zu können, macht das Tasting Wheel für mich zu einem wahren ‚Glücksrad‘.

Ich habe dieses Aromenrad in stattlicher Größe auf Alu-Dibond drucken lassen und es ziert mein Wohnzimmer – und auch nach mehr als zwei Jahren, die es dort hängt, schaue ich nicht selten beim Verkosten eines Whisky darauf, wenn ich einer Geruchs- oder Geschmacksnote nicht aus dem Gedächtnis heraus auf die Schliche komme.

Und diesen Tipp möchte ich mit Euch teilen: greift beim Erriechen und Verkosten zum Tasting Wheel, es kann als mobiler ‚Aromenfinder‘ sehr wertvoll sein.

Abschließend empfehle ich noch einen Blick auf den Blogartikel zur Erstellung des Tasting Wheels, in dem die ganze Geschichte dieser hübschen Grafik von der Idee bis zum fertigen Ergebnis erzählt wird.

Viel Spaß Euch daran und viel Freude auf Eurer Entdeckungsreise durch die Welt der Whiskies!

Wohl an,
Seb

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