Wissen & Meinungsbeiträge

Der Freund, der jeden Whisky kennt

26. August 2018, Was die Datenbank ‚Whiskybase’ uns zu bieten hat, ein paar Worte zum performanten Umgang mit ihr, ein Whiskybase-bezogener Geld-spar-Tipp sowie etwas zum Thema Einbruchschutz.

Moin ihr,
über wenig bin ich Whisky-bezogen so glücklich, wie die Tatsache, schon in meinen ersten Tagen des Single-Malt-Erkundens die Whiskybase entdeckt zu haben, welche ich seitdem fleißig nutze. Diese 2007 ins Leben gerufene Datenbank bietet viele nützliche Informationen zu (Stand August 2018) knapp 110.000 Abfüllungen und hilft uns, Überblick über unsere Reise durch die faszinierende Welt der Whiskies zu behalten und eine etwaige Whisky-Sammlung zu verwalten. Schauen wir uns die Whiskybase, die ich auch hier im Blog stets verwende, wenn ich Links zu Whisky-Abfüllungen einsetze, einmal näher an!

Mehr als 45.000 registrierte Genießer sind Teil der größten Whisky-Datenbank der Welt.

Hier verlinke ich den Eintrag eines beliebigen Whiskies in der ‚Base‘ – klickt Ihr diese Übersichtsgrafik an, gelangt Ihr zur Abfüllungs-Detailseite in der Whiskybase:

Glenrothes 1990 CA

In einem Whiskybase-Eintrag finden sich im Regelfall sämtliche bekannten Detailinformationen zur Abfüllung wie das Alter, der Fasstyp, die Alkoholstärke usw. usf.
Zudem sind meist Fotos der Flaschen zu finden und (falls dieser Whisky noch am Markt erhältlich ist) finden sich Links zu Händlern, die die Abfüllung im Sortiment führen.
Scrollen wir etwas weiter herunter, sehen wir unter anderem meist detaillierte Verkostungsnotizen und Bewertungen durch die User der Whiskybase. Diese einzelnen Bewertungen bilden zusammengenommen auch die oben rechts im Seitenkopf angezeigte Gesamtbewertung der Abfüllung.
Ebenfalls oben rechts findet sich der Suchschlitz, über den wir zu so ziemlich jedem existierenden Whisky den zugehörigen Whiskybase-Eintrag finden können.

Registriert man sich (kostenfrei), kommen zudem Funktionalitäten, mit denen sich die eigene Whiskysammlung virtuell verwalten lässt sowie ein Online-Marktplatz zum Handel mit Flaschen hinzu. Die grundsätzliche Bedienung der Whiskybase auszuführen, würde den Rahmen dieses Artikels deutlich sprengen, zudem ist die Base relativ intuitiv zu bedienen, sodass ich mich im Folgenden auf die grundsätzliche Frage „Welchen Nutzen hat die ‚Base‘ dem Genießer konkret zu bieten?“ beschränke. Weiter zeige ich Euch ein paar undokumentierte Kniffe, die ich mir im Umgang mit der Whiskybase angeeignet habe und gebe noch einen (Euch hoffentlich Geld sparenden) Tipp aus …

Vorab sei darauf hingewiesen, dass die Base auch (zumindest in Teilen) auf Deutsch übersetzt vorliegt: oben rechts in der Navigation lässt sich mittels des Erdkugelsymbols problemlos die Sprache ändern.

Neben Englisch und Niederländisch steht auch Deutsch als Sprache zur Wahl.

Nun aber zur Sache: „Welchen Nutzen hat die ‚Base‘ dem Genießer konkret zu bieten?“

Ⅰ. Die Whiskybase ist mein digitales Gedächtnis
Jede gekaufte Flasche und jedes erworbene Sample füge ich meiner Whiskybase-Sammlung hinzu. Damit kann ich viel einfacher, als Regale durchstöbern zu müssen, meinen ‚Trinkvorrat‘ überblicken. Aber ich gehe noch weiter: probiere ich irgendwo einen Whisky (ohne davon Flasche oder Sample zu kaufen), füge ich diesen ebenfalls meiner Sammlung hinzu, als geleerte Flasche. Das hat den Vorteil, dass ich, wann immer ich mich mit einem konkreten Whisky auseinandersetze, mit einem Blick in die Base sehen kann, ob und wenn ja wann ich ihn schon früher einmal probiert habe.

Mit einem Klick auf „Zur Sammlung hinzufügen“ gelangen wir zu diesem Popup – und sehen in diesem Fall sogar, dass wir diese Abfüllung in der Vergangenheit schon einmal im Glas hatten.

Tipps für den Umgang mit der Whiskybase:

Ⅱ. Wie finde ich eine Abfüllung am schnellsten?
Das hängt davon ab, welche Daten mir zur gesuchten Abfüllung vorliegen. Bei Einzelfassabfüllungen ist die Fassnummer bsp. der erste Suchbegriff meiner Wahl. Richtig schnell finde ich meinen Whisky ansonsten, wenn mir neben dem Marken- oder Destillennamen die Alkoholstärke bekannt ist. Hierbei kommt ein kleiner, undokumentierter Kniff der Whiskybase-Suche ins Spiel.
Als konkretes Beispiel: ich suche einen 24-jährigen Glenrothes von 1990, der mit 55,7% abgefüllt wurde. In die Suche gebe ich nun statt „Glenrothes 1990“ (was zu 138 Treffern führen würde) „Glenrothes 1990 vol:55.7“ ein. Schon habe ich nur noch zwei Treffer mit meiner gesuchten Alkoholstärke und finde meinen Whisky so in Sekundenschnelle.

Ein kleiner Trick spart langes Suchen: der Suchparameter „vol:“ filtert die ansonsten lange Ergebnisliste.

Es existieren übrigens noch weitere, sehr nützliche Suchparameter:

Para­meter Bedeu­tung
age: Deklariertes Alter in Jahren
bottled: Abfülljahr
vintage: Jahrgang
vol: Alkoholgehalt in Vol.-%

Ⅲ. Wenn ich mit jemandem über einen ganz bestimmten Whisky kommunizieren möchte: wie teile ich eine Abfüllungsseite?
Jeder Whisky bekommt in der Base eine so genannte ID. Diese ist eindeutig. Haben wir die Detail-Abfüllungsseite des Whiskies aufgerufen und möchten diese jemandem mitteilen, lässt sich einfach der Link oben in der Adressleiste des Webbrowsers kopieren (bsp. https://www.whiskybase.com/whiskies/whisky/65367/glenrothes-1990-ca).
Die Zahl durch zwei // eingerahmte Zahl vor der Kurzbezeichnung am Linkende ist die ID unseres Whiskies. Tipp: die Whiskybase-Suche findet auch diese IDs, wenn man nach ihnen sucht. Mit einem „schau mal in der Base nach 65367“ kann also ebenso wie mit dem Verschicken eines Links nichts schief gehen.

Über die „Whiskybase-ID“ lassen sich Abfüllungen ebenfalls verwechselungssicher finden.

Ⅳ. Toll, da sind Händlerangebote rechts auf jeder Abfüllungs-Detailseite: ist das eine Preissuchmaschine für Whiskies?
Ein ganz wichtiger Punkt: genau das ist die Whiskybase nicht. Die großen Preissuchmaschinen, die wir für Waren kennen, funktionieren so, dass Händler all ihre Angebote automatisiert an die Suchmaschinen einliefern und wir als Nutzer so (fast) alle Angebote und Preise für einen Artikel im Vergleich sehen. Sprich: ein einziger Blick in die Preissuchmaschine reicht und wir erwischen mit großer Sicherheit das beste Angebot am Markt.
Bei der Whiskybase funktioniert das nicht so: alle Preise und Angebote werden von Nutzern der Whiskybase eingetragen, korrigiert und wieder entfernt. Wenn bei einer Abfüllung also zehn Händler mit ihren Preisen zu sehen sind, gibt es keinerlei Sicherheit, dass nicht viele weitere Händler den Whisky ebenfalls anbieten, dass er bei einem dieser Händler günstiger ist oder dass die in der Whiskybase angezeigten Preise in diesem Moment noch korrekt sind sowie die Verfügbarketen noch stimmen. Also: für die Suche nach den besten Preisen für Whiskies ist die Whiskybase nur eingeschränkt zu empfehlen und nicht mit klassischen Preissuchmaschinen zu verwechseln.

Die Base fühlt sich oft an wie eine umfassende Preissuchmaschine – aber Vorsicht!

Ⅴ. Wie halte ich einen Überblick, was in meiner Whiskysammlung ich schon probiert habe und was noch unprobiert ist?
In der eigenen Whiskybase-Sammlung lassen sich so genannte ‚Sammlungslisten‘ anlegen, zu denen Flaschen und Samples hinzugefügt werden können. Ich habe hier zwei angelegt: sie heißen ‚Probiert‘ und ‚Unprobiert‘. So habe ich nicht nur den Überblick, was so an Flaschen und Samples in meinem Schrank zu finden ist, sondern auch, was davon ich bis dato noch nie probiert habe. Beim Hinzufügen von Flaschen, Samples oder ‚Leergut’ füge ich die jeweilige Abfüllung stets gleich der richtigen Liste hinzu. Damit schaffe ich eine schöne Filterfunktion, die die Whiskybase uns normalerweise nicht anbietet.

Mit einem Klick lässt sich hier nach probierten und unprobierten Whiskies filtern – eine nützliche Hilfe.

Noch ein Hinweis: die Whiskybase bietet ebenfalls eine ‚Tick‘-Funktion, mit der man einen Whisky, ohne ihn der eigenen Sammlung zuzufügen, als probiert markieren kann. Diese Funktion ist ggf. interessant, wenn sie auch kein einfaches Filtern der Sammlungsansichten von Flaschen und Samples nach ‚Probiert‘ und ‚Unprobiert‘ offeriert, weshalb ich persönlich von der Benutzung Abstand nehmen würde.

In der Bildmitte rot markiert zu sehen: die „Tick“-Funktion.

Ⅵ. Was niemanden etwas angeht, geht niemanden etwas an
Setzen wir uns ein paar Jahre mit Whisky auseinander kommt fast zwangsläufig ein beträchtlicher Wert zusammen, der in unseren Regalen und Schränken vor dem Genuss zwischenlagert. Hier evtl. Dieben schon vor dem Betreten der eigenen vier Wände zu präsentieren, dass ein Einbruch lohnt, würde ich Euch nicht empfehlen. Wir haben deshalb die Möglichkeit, unsere virtuelle Sammlung nur für uns selbst oder für uns sowie fest definierte Freunde (andere Whiskybase-Nutzer, mit denen wir uns explizit und einzeln befreunden müssen) sichtbar zu machen: das geschieht unter ‚Sammlung‘ > ‚Listen verwalten‘ > dort kann eingestellt werden, wer unsere Sammlung zu Gesicht bekommen darf. Hinweis: Whiskies, deren öffentliche Sichtbarkeit beschränkt werden soll, müssen einer Liste hinzugefügt sein.

Eine Überlegung wert: Die eigene Whiskybase-Sammlung öffentlich präsentieren? Sie nur den eigenen Freunden zugänglich machen? Oder vielleicht nur selbst Zugriff darauf haben?

Wenn wir uns in der Whiskybase registrieren und beginnen, Flaschen und Samples zu unserer Sammlung hinzuzufügen, sollten wir zudem unbedingt einmal via ‚Klick auf den eigenen Benutzernamen oben rechts‘ > ‚Profil ändern‘ > ‚Datenschutz‘ festlegen, ob wir unsere Aktivitäten in der Base und den Gesamtwert unserer Sammlung sichtbar für jedermann belassen möchten.

An dieser Seite sollte niemand vorbeigehen: die Datenschutzeinstellungen für die eigene Whiskybase-Sammlung.

Ⅶ. Au fein, man kann ja beim Hinzufügen einer Flasche sogar eintragen, was man dafür bezahlt hat!
Öhm, ja, das geht. Auf Punkt Ⅵ. zurückkommend würde ich diese Infos jedoch keinesfalls dort hinterlegen. Die Datenbank geht nicht an, was ich für Whisky ausgebe und diese Informationen würde ich nicht empfehlen, dort zu hinterlegen, auch wenn natürlich verlockend ist, wirklich ‚alles‘ an einem Ort zu speichern. Aber: speichert nicht unnötig sensible Daten in fremde Datenbanken! Die Base ist super zur Sammlungsverwaltung und zum Nachschlagen, aber das Finanzielle würde ich dort außen vor lassen. Allein bei der Vorstellung, morgen würde aufgrund einer Datenpanne centgenau bekannt werden, was ich für meine Whiskies bezahlt habe, weiß ich nicht, ob ich mehr Angst vor der Reaktion potenzieller Einbrecher oder meiner besseren Hälfte haben müsste … 😉

„Ich bezahlte:“ – eine Information, die man online stellen sollte?

So, das sollen meine Gedanken zu einem wirklich mächtigen und für mich unverzichtbaren Werkzeug in der Welt der Whiskies gewesen sein!

Abschließend kann ich Euch die Whiskybase nur wärmstens ans Herz legen: Interessiert Ihr Euch tiefer für Whisky, hoffe ich, Ihr setzt Euch möglichst früh mit ihr auseinander. Ich habe das große Glück, JEDEN Schluck Whisky, den ich seitdem 2009 meine Leidenschaft aufkam, verkostet habe, meiner Base-Sammlung hinzugefügt zu haben, sodass ich tatsächlich totales Wissen über mein Hobby habe. Es ist vermutlich eine ziemlich proto-deutsche Eigenart, alles zu dokumentieren und zu verwalten – mir jedoch eine sehr, sehr hilfreiche Gedächtnisstütze 😉

Wohl an,
Seb

PS: mein Whiskybase-Profil ist im Übrigen hier zu finden.

PPS: der Tipp mit den Suchparametern stammt vom pianoman. Vielen Dank dafür!

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