Öffentliche regulars-Tastings

Tasting „Die sechs
Whisky-Regionen Schottlands“

17. August 2018, im Wallhecken-Umwelt-Zentrum Ostfriesland in Leer

Moin ihr,
nachdem wir regulars Jahre lang im kleinen Kreis untereinander viel Freude an gutem Whisky hatten, beschlossen wir vor einiger Zeit, uns testweise mal an ein, zwei öffentliche Tastings zu wagen. Und so gab Ende Januar 2018 Martin Diekmann mit seinen großartigen ‚Maltbarn‘-Whiskies vor 25 Teilnehmern im Wallhecken-Umwelt-Zentrum Ostfriesland einen begeisternden Auftakt. Im Juli 2018 folgte dann Chantalle Seidler mit einem Tasting von Whiskies der Brennerei Deanston im erneut ausverkauften WUZ.

Durch einen Pressevorbericht vor dem Deanston-Tasting stürmte unerwartet eine Nachfrage nach mehr als 80 Tickets (bei damals noch 10 unverkauften Restkarten) auf uns ein – und wir wollten unser Tastingformat der Gemütlichkeit zuliebe strikt auf 25 Teilnehmer begrenzt halten. Was also (neben bergeweise Absagen schreiben) tun?

Es kostete keine große Überlegung, um zu dem Schluss zu kommen, dass wir uns bei derartiger Nachfrage als nächsten Schritt gleich an das Format einer Veranstaltungsreihe wagen könnten. Wir knobelten den 17. August 2018 als Termin für das Auftakttasting aus, während zukünftig jeweils am zweiten Freitag eines geraden Monats (Februar, April, Juni, August, Oktober und Dezember) ein weiteres Tasting folgen sollte. Unser Augusttasting verkaufte sich trotz der Urlaubssaison blendend – ein Zeitungsartikel über den Start unserer Tastingreihe führte sogar erneut zu einer Übernachfrage, sodass wir leider wiederum neuen Interessenten absagen mussten.

Die gute Nachricht: wir haben nun ein aus unserer Sicht sehr faires System für das zukünftige Ticketing gefunden: sämtliche an unseren Veranstaltungen Interessierten erhalten über unseren ‚Tastingverteiler‘ eine E-Mail, wenn eine neue Veranstaltung in den Verkauf geht. Alle haben dann mehrere Tage Zeit, sich auf Tickets zu bewerben. Am Ende dieser Reservierungsphase werden die Tickets ausgegeben – und bei Angebots-übersteigender Nachfrage entscheidet fair und klüngelfrei unter allen Bewerbern das Los. So sollte dann tatsächlich jede_r InteressentIn gelegentlich den Weg zu uns finden können. Vor allem, da alle Tastings unserer Reihe nicht aufeinander aufbauen, sondern wir lediglich für jeden Termin einen thematischen Rahmen setzen, um in diesem ein paar tolle Whiskies auswählen und ausschenken zu können.

Soviel zum organisatorischen Drumherum – aber wie lief der Auftakt am Freitag ab?

Die Bedingungen versprachen einen herrlichen Abend: nach wochenlanger Sommerdürre bei durchweg 30-36° C – was absolut kein ideales Whiskywetter bedeutet hätte – erwarteten die Teilnehmer nun sonnige 20° C: perfekte Bedingungen!

Das WUZ bietet einen schönen Rahmen für gemütliche Tastings.

Das Thema für diesen Abend hieß „Die sechs Whisky-Regionen Schottlands“, mithin sollte je ein Whisky stellvertretend für die einzelne Region ausgeschenkt werden. Die Organisation und Referentenrolle für diesen Abend übernahm meine Wenigkeit, also regular Seb. Nach vielen Tastingerfahrungen aus Gastsicht hatte ich schon vieles erlebt: zweieinhalb Stunden Präsentations-Dauerfeuer über die Herstellung von Whisky in einem Detailgrad, welcher selbst für Whiskyenthusiasten jenseits der Interessenssphäre lag. Und auch Veranstaltungen, auf denen jeder Whisky im Glas bis ins Letzte beschrieben und so in die Hirne der armen Gäste hineinmoderiert wurde, dass ein eigenes Erriechen und Erschmecken kaum mehr möglich war. Eigentlich waren manche Tastingbesuche für mich wie das Anschauen anderer Häuser, wenn man selbst bauen möchte: meist hilft einem Dinge zu sehen, die man keinesfalls selbst so machen möchte viel mehr, als sich Positives abgucken zu können. 😉

Mein hehres Ziel: zum Beginn ‚meines‘ Tastings nicht mehr als eine Viertelstunde Vortragszeit – darin ein Einstieg ins Thema Whisky, ein paar wichtige Vokabeln, ein Gefühl dafür woraus Whisky besteht und wie er hergestellt wird und dann eine Veranschaulichung der schottischen Whiskyregionen.

Danach sollte die eigene, persönliche Entdeckungsreise im Vordergrund stehen: jeder Gast sollte eigenständig erriechen und erschmecken können, welche Aromen in Glas und Destillat zu entdecken waren und sich mit den Tischnachbarn darüber austauschen.

Und so kam es dann tatsächlich: nach dem Moderationspart waren alle Gäste aufgeklärt darüber, was denn ein ‚Dram‘ ist und woher diese Bezeichnung rührt, über die Schreibweise von Whisk(e)y, die verschiedenen Qualitäten und Typen und auch über den Herstellungsprozess plus ‚das mit den Regionen‘ – und ob es denn tatsächlich nun fünf oder doch sechs sind. 😉

Danach floss der erste Whisky in die Gläser, wir starteten in den Lowlands mit einem Glenkinchie:

Glenkinchie 12-year-old

Als zweite Region folgten die Highlands mit einem Dram von Dalwhinnie:

Dalwhinnie 15-year-old

Nummer Drei war ein Springbank aus Campbeltown:

Springbank 10-year-old

Es folgte die obligatorische Halbzeitpause, die auch den Nichtrauchern spürbar gelegen kam, bevor wir uns einem Glenfarclas der Speyside annahmen und dabei gleich klärten, wie denn „Highland Single Malt Scotch Whisky“ auf dem Etikett stehen könne, während dies doch ein Speyside-Whisky sein sollte:

Glenfarclas 12-year-old

Whisky Nummer Fünf war ein Talisker – stellvertretend für die Region der Inseln:

Talisker 10-year-old

Tja, und dann sollte unsere Reise auf der Insel Islay enden. Als Heimat rauchiger Whiskies wanderte ein deutlich getorftes Exemplar in die Gläser – samt eines vitalen Tipps, wie Whiskyfreunde, die von Rauchnoten in der Nase abgeschreckt werden, diese überwinden und auf einmal überraschend höchste Genüsse in rauchigen Drams finden können (ich nenne dies „das Petra-Prinzip“, Patent noch nicht angemeldet 😉 ,  werde dieses kleine Geheimnis jedoch nicht hier, sondern nur in unseren Tastings teilen):

Ardbeg Ten

Nach sechs wirklich feinen Abfüllungen hätte der Abend sein planmäßiges Ende finden sollen. Wäre nicht noch ein ganz besonderer Überraschungs-Dram gefolgt: mit einem 21-jährigen Glendronach Parliament (nochmals aus den Highlands) setzten wir nach einem Halbdutzend wirklich leckerer Whiskies in Sachen Genusswert dem Abend erfolgreich die Krone auf – die allseitige Verzückung bei dieser Abfüllung (welche, das sei gesagt, deutlich hochpreisiger als sämtliche Vorgänger ist) war unverkennbar.

Glendronach Parliament

Nach diesem letzten Whisky lief der Abend sanft aus: wer sich auf den Heimweg machen wollte, tat das; wer noch im Plausch mit alten und neuen Bekannten verweilen wollte, konnte das tun. Und wer nochmal einen der Tropfen des Abends nachverkosten wollte, hatte ebenfalls die Gelegenheit dazu – sodass jeder nach seiner Fasson einen schönen Ausklang finden sollte, bis um Mitternacht die letzten Gäste den Heimweg antraten.

Zurückschauend muss ich sagen, dass ich mich sehr über viel Zuspruch und Begeisterung während und nach der Veranstaltung gefreut habe: schön, dass sichtlich alle auf ihre Kosten kamen. Einzig das „Genusstempo“ am Glas war für meinen Geschmack etwas zu zügig – mit einer tollen Idee aus Publikumsfeedback versehen habe ich da für das kommende Tasting jedoch einen schönen Ansatz, zu noch etwas mehr Hingabe und Ruhe beim Verkosten animieren zu können …

Final sage ich von hier aus nochmal vielen Dank an ein interessiertes und begeisterungsfähiges Publikum: der Abend hat mir mindestens so viel Spaß gemacht wie Euch und ich und wir freuen uns sehr darauf, am 12. Oktober erneut mit 25 Teilnehmern in die Welt der Whiskies einzutauchen …

Bis dahin Euch allen eine schöne Zeit,
Seb

PS: Falls sich jemand fragen sollte, wie die Aufnahme in unseren oben beschriebenen Tastingverteiler erfolgt: schreibt uns einfach kurz an.

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