Messe- & Veranstaltungsbesuche

34. regulars-Treffen

21. November 2015, »Das also war der Bottle Market …«, auf dem Bottle Market in Bremen

Moin auch,
um 9.40 Uhr bestiegen der Ostfriese mit zwei Gästen und meine Wenigkeit einen RE, um gegen kurz nach Ölf in Bremen zu landen. Die Kassenschlangen bewegten sich rasch voran, sodass wir nach fünf Minuten im Eingang standen. Schlage zwo war binnen einer Minute überwunden und das Tastingglas damit erworben.

Also: ready to rumble!

Kontinentalwhiskies haben mich (mit wenigen, löblichen Ausnahmen von Glen Els) eigentlich immer bass enttäuscht. Nunja, da die Festivalabfüllung von Mackmyra kam, sollte der junge Schwede aus dem 30-l-Fass als erster ins Glas wandern. Jungspundiger Sprit mit starker Holzlast. No Sir, nicht so meins. Aber gut, hatten wir halt mal einen Mackmyra im Glas.

Mackmyra Gravity: Elegant

Einmal im Kreis durch den nicht Adventsmarkt-gefüllten Teil der Halle getigert und einen Überblick verschafft. Im Eck am Stand von Moin-Martin-wir-sehen-uns-noch-Maltbarn war SaarWhisky aus Saarbrücken zu bewundern, die staunenden Besuchern gegenüber die sagenhafte Marketing-Story des frisch Murray-prämierten „Gruwehewwel“ runterreesten. Nun ja, Versuch macht klug: rein ins Glas mit dem Tropfen. Ich muss sagen, der achtjährige schmeckte hervorragend. Gut ausbalanciert und facettenreich machte der Whisky echt Freude. Die ursprünglich 80 Öre (nach Bekanntwerden des Awards wurden die schnell auf 120 korrigiert und die Abfüllung war dann dennoch binnen einer Nacht ausverkauft) wären jedoch meine absolute Schmerzgrenze gewesen: mehr wäre mir der Grubenpeter nicht wert gewesen.

Gruwehewwel 2007 SaW

Ich würde tippen, dass es sich um eines der aktuell im Markt rotierenden Lagavulin-Fässer handelte, wer also etwas von ähnlicher Kragenweite probieren möchte, wäre bsp. hier gut beraten, die Abfüllungen ähneln sich stark (bis auf den fehlenden Award-Hype ;).

Weiter ging’s: Händeschütteln bei Tom, netter Schnack, dazu im Glas die Tropical Trudy sowie eine kleine Vorverkostung der „Magnificent Mellie“, die bei der nahenden Shoperöffnung im Dezember sicherlich (und zu Recht) begeisterte Freunde finden wird.

Tropical Trudy 2007 ANHA

Magnificent Mellie 2009 ANHA

Am Stand von Anam na h-Alba dann gleich noch aufs Angenehmste Bekanntschaft mit Luckylights gemacht, was in eine anschließende gemeinsame Mittagspause beim (absolut anständigen) Food Truck aus HH kulminierte. Zwischen Burger und Fries mit torfbombe noch eine nette Begegnung gehabt. Als Dessert wanderte der Kilkerran Open Day auf die Back – Dank an Luckylights für dieses ex-Rum-Fass-Leckerlie!

Kilkerran 09-year-old

Zu dritt haben wir Didis Marktschreierei (a must see 😉 beigewohnt und den A.D. Rattray Bunna 27 aus ’nem Sherry Butt verkostet. Großartiges Stöffchen, Gratulation für die Fasswahl!

Bunnahabhain 1988 DR

Die Uhr zeigte 14.45 Uhr, also rüber zum TWS-Forumstreffen bei Tom. Joah, war relativ übersichtlich, aber so hat man zumindest mal Helga, Cartfrau und -man, Heidjer und Rauchkopp sowie kunze und einigen weiteren, die peinlicherweise ich schon nicht mehr Nicks zuordnen kann, die Hände geschüttelt. Dem dringlichen Rat, den 29.157 bei J.F.K. zu probieren, musste ich natürlich umgehend nachkommen: Sherry-Laphi kann ich nicht liegenlassen.

Laphroaig 1996 SMWS 29.157

Mit diesem fantastischen Omnomnom ein wenig die Tatsache genossen und gewürdigt, dass es überall auf der Messe genügend Sitzplätze gab sowie zwar eine gute Besucherzahl, aber keine anstrengende überfüllte Enge das Erlebnis trübte.

Zurück zu Maltbarn: die Pangalaktischen haben sich klammheimlich* (*mich hat niemand informiert, mithin werte ich das als klammheimliche Aktion) 36 Flaschen eines Royal Brackla 16yo abfüllen lassen, der ins Glas durfte. *zack* saß ich wieder, zurück in meiner Kinderzeit, am Essenstisch bei meinen Großeltern, wo es eingelegte Birnen gab. Das war DER Nachtisch für mich damals. Und eben exakt dieses Aroma eingelegter Birnen dominierte für mich in Nase wie im Mund der wunderbare Brackla: Glückwunsch an die Pangalaktischen, sehr schöner Tropfen!

Royal Brackla 1999 MBa

Luckylights nahm sich vor, in der Raucher-Lounge einer Zigarre die Zähne zu zeigen, was torfbombe und mich in eine Sitzecke trieb, um eine Auszeit zu nehmen. Was nicht klappte. Nach wenigen Minuten entwickelte sich im Sitzbereich der Messe-übliche Handgranatenhagel von Sampleflaschen: irgendwelche Nerds halfen irgendwelchen anderen Nerds fantastische „musste probieren *augenzwinker*“-Drams über. Wer auch immer da mit uns saß: habt Dank! Zu würdigen ist ein unfassbar leckerer 1975er Bowmore SV der so wohlfein an die ‚Good old times‘ gemahnte, dass es einfach eine helle Freude war.

Bowmore 1975 SV

Weiter durfte noch ein 74er Macallan MMD ins Glas: auch hier gilt Dank dem edlen Spender: das war wunderbar!

Macallan 1974 MM

Nachdem ich versuchte, den Jüngern am Tisch etwas Dailuaine näher zu bringen (nein, das war in der Situation nicht von viel Erfolg gekrönt), löste sich die Runde auf.

Also wieder auf die Beine und rüber zu Maggie, um den SSMC Highland Park 18yo ins Glas zu bekommen. Der brauchte viel Zeit und etwas Wasser, war dann aber nicht zu verachten.

Highland Park 1995 MC

Nachricht meiner Fahrgemeinschaft: gleich Rückflug. Die Uhr gemahnte also zur Eile. Aber einer muss noch? Na gut, wenn einer noch muss … Abschied von Luckylights und torfbombe, schnell nochmal zu Didi und den Rattray BenRiach 23yo als way-to-Bahnhof-Dram abgestaubt. Der konnte mit dem unfassbaren Bunna so gar nicht mitkommen, war jedoch ein schöner Scheidedram.

BenRiach 1991 DR

Im Ausgang noch high five mit rottendon, der es leider erst zur Spätschicht nach Bremen geschafft hatte.

Dann auf dem Rückweg begeistertes Feedback vom Ostfriesen samt Begleitung erhalten: die Messe hat einfach Spaß gemacht! Kurz vor Leer wurde dann beschlossen, dass erst dann Schluss ist, wenn Schluss ist und eine frisch erworbene Buddel vom Hyde 10yo No. 2 musste noch den Kopf lassen.

Hyde 10-year-old

Puh, what a day.

Zusammenfassend muss ich sagen, dass sich der Tag mehr als nur gelohnt hat: steuere ich sonst eigentlich nur stets Limburg und Mülheim an, war diese kleinere Messe kein bisschen schlechter: eine handvoll sehr guter Aussteller und ein paar Hände voll sehr netter Maltverrückter sind mehr als genug, um einen wunderschönen Tag zu verleben. Dank an alle neuen Gesichter für Händeschütteln, Gespräche, Tipps und Austausch, Dank an meine Dreiercombo für Taxidienst und kurzweiliges Bahngeeier, Dank an die Orga für eine Messe, die in 2016 sicherlich wieder den Weg in meine Agenda finden wird.

Mit besten Grüßen,
Sebastian

:aaaah, Nachtrag: natürlich winke winke nochmal an HamburgMalt und die gesamte HH-Crew; schön, Euch getroffen zu haben!

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