Messe- & Veranstaltungsbesuche

24. regulars-Treffen

18. Oktober 2014, »Die Lottozahlen: 47.8, 49.8, 56.1, 46, 59.3, 57.5, 59.6, Zusatzzahl: 66.7«, auf der Aquavitae in Mülheim an der Ruhr

Moin ihr,
an einem goldenen Tag herrlichsten Herbstwetters, den selbst reihenweise Angestellte der Deutschen Bahn AG spontan zur Freizeit erklärten, haben sich mit whisho, Leorin und meiner Wenigkeit am gestrigen Samstag drei regulars auf den Weg nach Mülheim an der Ruhr gemacht, um die Sonne zu meiden und gut geschützt im Halbdunkel zwischen tausenden von Gleichgesinnten unseren Monatstreff im angemessenen Rahmen zur parallel stattfindenden Aquavitae 2014 zu verbingen.

Beim ‚doors open‘ um 12.00 Uhr konnten wir im Windschatten von Thomas75, silke78 und E a l a s a i d an der Speerspitze der Besucherschaft die Stadthalle betreten. Ein Tastingglas um den Hals geschnallt ging es auf direktem Wege zum Forumsstand des Cutty, wo wir mit dem diesjährigen Forumswhisky, einem 1996er Glenrothes fröhlich auf das, was da noch so kommen möge, anstießen. Der friedliche, runde Dram stimme uns schonmal zuversichtlich.

Glenrothes 1996 Sde

Nach ein wenig Plausch mit diesen und jeden alten und neuen Bekannten begaben wir uns auf den Weg zum Whiskykanzler, um zu schauen, ob einer seiner mitgeführten Tropfen denn für unseren Dram № 2 satisfaktionswürdig sei. Glück gehabt: sein 1959er Glen Grant, welcher 40 Jahre im Sherryfass verbringen durfte, haute uns fast von den Socken. Wir begaben uns in den noch leeren Café-Bereich und verbrachten einfach herrliche 20 Minuten mit diesem Prachtstück. Ihn zu umschreiben, fällt schwer, vllt. mögen Rubens Worte hier im Zitat weiterhelfen: „High octane sherry without any possible off-notes. […] 93/100“.

Glen Grant 1959 UD

Selig flanierten wir ein paar Zentimeter über den Teppichböden Richtung Obergeschoss, wo eine Vorbestellung unter dem Tisch von Scotland-and-Malts auf uns wartete: ein 10-jähriger Caol Ila :grins: Undisclosed Islay Malt mit einem 6-monatigem Rinish im ‚Fresh Sweet Rum Cask‘. Gott sei Dank hatten wir vorgeordert und konnten die süß-rauchige Versuchung in Ruhe somit nicht nur am Stand genießen, sondern auch Vorbestelltes einsacken (wobei Leorin hier ganz unbarmherzig nicht Gnade vor Recht ergehen ließ und kurzerhand auch die letzte halbe Ausschankflasche einsackte – nunja, der Prachtmalt als Motiv rechtfertigt das, denke ich …).

Islay Single Malt Whisky 2004 SaM

Wir läuteten den Pausengong, begaben uns in den Restaurantbereich und stärkten uns mit Haggis-Burgern und Lachs an Reibekuchen. Wie im Vorjahr eher etwas Kantinenstyle denn Sterneküche, aber nicht übel – und eine lebensnotwendige Stärkung, denn nach unserem Mahl sollten Alex Bruce und Charles McLean unter Zuhilfenahme des aktuellen Adelphi-Sortiments den zweiten Teil unseres Monatstreffens mit Drams ausstatten. Und Donnerwetter, was dort auf uns abgefeuert wurde, war nicht ohne: vier ausgeschenkte Malts bestanden aus drei hammerharten Fassstärken im oberen 50er-Bereich. Allesamt als lecker befunden, war vor allem die letzte, ein 21-jähriger Glen Garioch aus dem Sherryfass, in unseren Augen durchaus einen Kauf wert.

Fascadale Release No. 7 AD

Bladnoch 1990 AD

Linkwood 1990 AD

Glen Garioch 1993 AD

Mit dem heißen Tipp, sich doch noch unbedingt am Adelphi-Stand das 7-jährige Sherrymonster von Glenrothes verpassen zu lassen, beschieden die beiden Herren das informative und spaßige Tasting.

Wir tasteten uns den Weg ins Obergeschoss hoch und kämpften uns vor zum mittlerweile gut befüllten Adelphi-Stand. Schreck № 1: 150 Öre sollte der Glen Garioch kosten. Einhellige Meinung: das isser uns allen dann doch noch nicht Wert, wir passen. Schreck № 2: fast hätten wir den Tipp mit dem Glenrothes vergessen. Also schnell die Gläser gefüllt und *wooooooooooooooooooooooosh* dröhnte eine Sherrylokomotive durch unsere Nasen, dass uns fast der Schweiß ausbrach. Das fiese Biest mit Wasser zu löschen war beinahe unmöglich: unfassbare 66,7 Volt strömten aus der Flasche direkt in unsere Herzen. Wunderbar! Diese Süße, diese Frische, diese Frucht! Dazu ohne jeden Hauch von Schwefel. Wir verstanden sofort, warum diese Flasche auf der TWE Show in diesem Jahr die erste ausverkaufte war. 8o

Glenrothes 2007 AD

Kurzentschlossen griff sich jeder von uns eine Flasche vom braunen Gold und damit sollte unser offizielles Line-up dann auch enden.
Wobei das nicht so einfach war: selbst zweimaliges Ausspülen mit reichlich Wasser vermochte die massive Sherrynote nicht aus den Tastinggläsern zu vertreiben – dieser Dampfhammer ist etwas ganz besonderes, wer die Chance hat, dem sei er wärmstens ans Herz gelegt.

Den Rest des Nachmittags verbrachten wir damit, von Aussteller zu Aussteller zu schlendern und uns noch, der Eine hier, der Andere dort, mit diesem oder jenem an Samples zu versorgen bzw. noch den einen oder anderen Tropfen vor Ort zu verkosten – wobei wir ob dann eindeutig reduziertem Funktionswillen unserer Sinnesorgane das Mäntelchen des Schweigens darüber hüllen …
Großartig war, viele alte und neue Gesichter zu sehen, viele Hände zu schütteln, viele Samples auszutauschen und einfach vor Ort mit vielen von Euch zu plauschen. Der Weg hat sich wieder mal gelohnt und wir freuen uns alle schon auf die nächsten Messen mit Euch!

Gegen 19 Uhr haben wir uns dann auf den Rückweg gemacht: Au revoir, Mülheim! Es war toll bei und mit Euch allen!

PS: Mein persönlicher Messemoment des Tages (danke dafür!) geht an einen mir Unbekannten, der mich anhand meines Cutty-Shirts samt Nickname idenfiziert hatte, aus dem Nichts auf mich zugestürmt kam, mich ansatzlos fragte, ob ich noch immer ‚dieses Alkoholproblem‘ hätte und die entsprechende Geste mit seinem Tastingglas vollführte:

Ich hätte mich fast weggeschmissen vor Lachen: immer schön, wenn man auf Menschen stößt, die die Herkunft des eigenen Nicknames zuordnen können … :rauf:

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