Stammrundentastings

23. regulars-Treffen

13. September 2014, »Ein Gläschen Ballanclas«, bei Gondrikeshem in Esklum

Moin ihr,
nicht vieles beschert ja mehr Hochgefühl, als sich körperlich in irgendeiner Form auszupowern und erschöpft, aber glücklich auf einem Sofa zu sitzen und – bestenfalls bei einem Whisky – zufrieden in die Landschaft zu plieren. Die perfekten gestrigen Wetterbedingungen (18 °C, Sonne satt und quasi-Windstille) haben mich animiert, den Weg zum Septemberabend per pedes zurückzulegen. Eingefleischte Wanderfreund*innen mögen müde lächeln, aber als ich nach 1:50 h und 9,7 km bei Gondrikeshem ankam, war ich in Hochstimmung und hatte das Gefühl, mir durchaus ein Tröpfchen verdient zu haben.

Nach den obligatorischen 152 Tassen Begrüßungstee läutete Gastgeber Willi den Abend ein: ein gebrochenes Line-up aus „was Geblendetem in anständig“ und „hintenraus was mit latentem Sherry“ wurde in der Tageslosung angekündigt – yay!

Eine Flasche, die dem Etikett nach eindeutig mindestens eine Dekade liebevoller Lagerung auf dem Buckel hatte, wurde zur Eröffnung entkorkt: ein Ballantine’s mit 17 Jahren Alter. Schön weich, voll fruchtig und als Starter sehr angenehm.

Ballantine’s 17-year-old

Das schmeckte direkt nach Mehr und so machten wir uns an Abfüllung Nummer 2, von der sowohl ich als auch die Whiskybase [ist nun eingesendet] bisher noch nie gehört hatten: einen Ballantine’s „Limited Edition from Reserve Casks“ aus blau gefärbter Glasflasche. Diese sah nicht nur edel aus, sondern kam mit einem frankierzusatzpflichtig großem Fruchtpaket daher: klasse! :cheesy: :cheesy:

Ballantine’s Limited

Gondrikeshem insistierte, dass ja aller Guten Dinge™ Drei™ sein und so verlor eine ebenfalls min. zehn Jahre alte Flasche Ballantine’s 21 yo den Kopf. Anders ausgeprägt, jedoch auf selbigem Niveau wie der Limited eine wahre Fruchtwonne.

Ballantine’s 21-year-old

Die drei Böller verhielten sich im Nachhinein betrachtet allesamt wie Iren: harmonische, nicht allzu starke Nase, dann gibt’s den Schnabel randvoll mit buntfruchtigen, leckeren Aromen und dann folgt ein kurzer, geradliniger Abgang. Das hat Freude gemacht!

In einer groß angelegten Futterpause verschnauften wir und machten uns todesmutig ohne Zuhilfenahme von Gasmasken über ein Käsesortiment her, welches mehr als anstößig roch, jedoch Hochgenuss bot: danke dafür, vor allem für den finster-müffelnden Dänen (war doch einer, oder?)!
Nunja, wir waren ja nicht zum Spaß da, Teil 2 sollte folgen: mit drei klassischen OA-Ferkeln (15, 21 und 25 Jahre) verbrachten wir ein weiteres, nettes Stündchen: angenehmer Trinkstoff, schöner Sherry mit viel Holz (vor allem beim 15 yo): alles richtig gemacht, danke, danke, danke!

Glenfarclas 15-year-old

Glenfarclas 21-year-old

Glenfarclas 25-year-old<

In der Post-Show musste dann noch „nur mal schnell angucken, wir schwingen nun ja im Blend-Takt“ ein Johnnie Walker Green Label herhalten: den hätte ich für meinen Teil mal lieber weggelassen (baaaah, der war so gar nicht meins), in der Gegengerade brandete jedoch wertschätzender Applaus für den Tropfen auf. Das mit den Geschmäckern halt … :erstaunt:

Johnnie Walker Green Label

Letztes persönliches Bild: unter Einsatz der lokalen Dorfjugend wurde mir in Stiefel und Mantel geholfen, eine Eskorte überließ mich hinter der Grundstücksgrenze meinem Schicksal. Dann Abspann.

Ach nee: dann nochmal knapp zwei Stunden wunderbaren Spazierens – in tiefdunkler Nacht und nach einem schönen Whiskyabend nochmal schöner als der Hinweg. Traumhaft. :rauf:

Persönlichen Dank an Gondrikeshem für den tollen Abend,
Seb

Ach ja: falls dir unser Blog gefällt und du informiert werden möchtest, wenn ein neuer Artikel erscheint, lass dich per E-Mail benachrichtigen oder abonniere unseren Newsfeed.