Stammrundentastings

22. regulars-Treffen

9. August 2014, »Incredible India«, bei ted.striker in Leer

Moin ihr,
der Sommer hat mit seinen bisweilen subtropischen heiß-schwülen Kapriolen in den letzten Wochen sein Bestes getan, um meterologisch (zumindest im Ansatz) die Verhältnisse des indischen Subkontinents zu simulieren. Davon war gestern zwar nicht mehr allzu arg viel übrig, aber dennoch reichten die Temperaturen, um den Abend im Freien zu verbringen und sich einigen spannenden Malts zu widmen.
Gesagt – getan: mit viel Gewinn haben wir uns einmal quer durch die Produktpalette der Destille Amrut aus Bangalore gefräst.

In Fässern jeder Couleur, welche ursprünglich Bourbon, Rum, Sherry, Brandy oder Portwein enthielten, wurden die Destillate gelagert und die Tropfen für unser Lineup daraus kreiert. Nach einem reinen Bourbon-Einsteiger wehte uns eine satte Portion Rumsüße entgegen, bevor Sherrytime angesagt war.

Amrut Cask Strength

Amrut Kadhambam

Amrut Intermediate

Weiter mit einem tollen Port und dann einem noch viel tolleren Port wurde als Endgegner schließlich ein Raucher angesetzt.

Amrut Portonova

Amrut 2009

Amrut Peated Indian

Es war höchst interessant, wie die Malts ohne Altersangabe mit 3-5 Jahren Alter sich allesamt so verhalten haben: bei jährlich ~ 12% Verlust im Fass durch den klimabedingten Angel’s share in Bangalore, durch die Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit reifen die Destillate wesentlich schneller als in Schottland. Amrut wirbt gern damit, das 3-4 Jahre Reifung vor Ort rund 10 Jahren Reifung in Schottland entsprechen. Was sich tatsächlich sehen lassen kann: alle Malts hatten starke Farben: selbst aus Ex-Bourbon-Fässern wird mittels der sengenden indischen Sonne ratzefatz alles ausgesaugt, was drin ist.

Im Ergebnis bringt das stark kakaoige, würzige Malts, die befremdlicherweise einen guten Reifegrad aufweisen und bsp. keine metallischen Noten aufweisen, jedoch ordentlich mit Wasser abgelöscht werden dürfen, um die bei allen Abfüllungen extrem hohe Alkoholstärke zu bändigen. Toll auf jeden Fall ist, dass die Abfüllungen auch auf Trinkstärke gebracht viel zu erzählen hatten – sie wurden nicht flach oder aussageschwach. Einzig der Abgang war von den Portabfüllungen und dem Endraucher abgesehen sehr kurz.

Nun ja, als „Gewinner“ durfte sich am Ende das vierjährige Single Cask #2713 feiern lassen, wobei die Drams durch die Bank viel Spaß gemacht haben. Einzig die Tatsache, dass kein Amrut unter 50% Alc. daher kam und die stärkste Abfüllung mit 62,8% antrat, machte uns anständig zu schaffen; es blieb am Ende nur Aufnahmevermögen für einen kleinen Post-Show-Dram. o_O

„Post Show“ nach dem Tasting:

Kilchoman Machir Bay

Unser Fazit: eine Reise nach Indien lohnt!
Und: den Port-SC sowie den Peated CS empfehlen wir wärmstens weiter.

Es grüßen,
Eure regulars

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